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Über uns

Postunternehmer sind Poststellenleiter, die auf eigene Rechnung und Verantwortung den Postdienst besorgen. Marcel Suter aus Herznach ist Unternehmer mit Leib und Seele und verfügt noch über andere innovative Standbeine.

Wer das schmucke Dorf Herznach auf der Staffeleggstrasse durchquert, dem fällt sofort auf: Die Poststelle ist nicht auf die gewohnte Weise angeschrieben. Zwar hängt an der Hauswand die übliche gelb-weisse Leuchttafel «Die Post», doch unübersehbar über der Postfachanlage prangt in grossen Lettern der Schriftzug «Post und Oldiereisen GmbH, 5027 Herznach». Der für eine Dorfpoststelle sehr geräumige Kundenraum enthält eine reichhaltige Papeterie. Und am Schalter trägt die Mitarbeiterin nicht die gewohnte Postbekleidung; sie begrüsst die Kunden in einem dunkelblauen Outfit. Das hat alles seine Gründe: Im 1300-Seelen-Dorf wird die Poststelle von einem sogenannten Postunternehmer, von Marcel Suter und seiner Frau Monika geführt. Die beiden werden assistiert von einem achtköpfigen Team, das in Voll und Teilzeitpensen arbeitet.

Seit 22 Jahren ist Marcel Suter Poststellenleiter im Dorf unweit von Frick. Doch 2005 hat sich für ihn Vieles grundlegend geändert. «Im Rahmen des Projekts „Ymago“ übertrug mir die Post die Leitung der Poststellen und die Zustellung und Annahme im ganzen Staffeleggtal.» Er erhielt einen OR-Vertrag und mutierte dadurch zum Postunternehmer. «Diese Funktion überlässt ihm innerhalb der Postgesetzgebung viele Freiheiten, überträgt ihm aber auch eine grosse Verantwortung», erklärt Christian Winter, Leiter Poststellengebiet Frick. «Marcel Suter ist ein typisches, erfolgreiches Beispiel. Er organisiert den gesamten Abholtransport bei den Poststellen im Tal selber.» Die von ihm angestellten vier Chauffeure sammeln allabendlich die Sendungen ein und führen sie mit Kleintransportern mit Anhänger zum Hub in Mägenwil, von wo sie anschliessend zur Verarbeitung in die Zentren in Härkingen gelangen.

In den sechs Jahren seiner Selbständigkeit hat sich der initiative Unternehmer neben dem Postbetrieb weitere innovative Standbeine erschaffen. Eines davon, so Suter, sind die Oldtimerfahrten. «Als früherer PostAuto-Chauffeur und Besitzer eines LKW-Führerscheins konnte ich einen 31-plätzigen Saurer-Oldtimer erstehen, mit dem ich unter der Bezeichnung „Oldiereisen Suter“ Hochzeitsfahrten und Gruppenausflüge aller Art durchführe.» Und ausser dem Saurer L4C aus dem Jahr 1950 fährt Suter von Frühling bis Herbst auch einen historischen Cadillac für Jubiläen und Hochzeiten.

Als grösstes Standbein neben der Post führt er den Gasthof Löwen. Marcel Suter: «Ich konnte ihn im Jahr 2008 erwerben, weil ihn sein früherer Besitzer, ein 80-jähriger Architekt, loswerden wollte. Er kontaktierte mich, weil er wusste, dass ich eine Cateringküche bauen wollte. Da der Preis für mich stimmte, wurde der Kauf perfekt.» Marcel Suter besuchte die Wirtefachschule und erwarb den Fähigkeitsausweis. Er baute den Löwen zu einem gediegenen Gasthof und Hotel mit acht Zimmern um. Sechs Gästezimmer hat er ganz besonders gestaltet. «Ich will unseren Gästen etwas Spezielles bieten, das sie nur bei uns finden», erklärt er. Und stolz weist er darauf hin, dass in seinen Adern auch als Hotelier „gelbes Blut“ fliesst. «Ich habe ein Postzimmer mit diversen nicht mehr benötigten Post-Utensilien möbliert. Die Nachttischchen sind gelbe Postbriefeinwürfe, die kürzlich bei der Post durch neue Modelle ersetzt worden sind. Die Lämpchen sind mit Zeitungssacktuch verziert. An der Wand hängen alte rote Posttafeln von Herznach und ein Riesenposter der alten Gotthardpost.» Das Schreibtischchen mit einem historischen Telefonapparat stammt aus dem Postbüro Riedholz. Im Postauto-Zimmer ziert eine Tapete mit dem Bild seines Saurer-Oldtimerpostautos eine Wand. Auch Haltestelltafeln, Fahrpläne und andere Oldtimer-Utensilien fehlen nicht.

Auf die beiden Post-Gästezimmer ist Marcel Suter besonders stolz. Doch er hat noch vier weitere Themenzimmer ganz nach seinen Ideen eingerichtet: «Das Bergwerkzimmer habe ich mit einem Bild des stillgelegten, jetzt aber touristisch erschlossenen Bergwerks verschönert», freut er sich. Das Harleyzimmer mit der Abbildung einer Harley Davidson-Maschine wird sicher von Motorradfans bevorzugt. «Das mit Apfelblütenbild und Blütenblättern auf der Bettdecke frühlingshaft verschönerte Zimmer», so Suter, «bietet Brautpaaren die wunderbar passende Übernachtungsmöglichkeit.» Und das sechste Gästezimmer ist ganz auf die Leidenschaft des Hoteliers, die Jagd, eingestellt: Ein Bild aus dem tiefen Wald, diverse typische Jagdtrophäen und ein wunderschönes Jagdhorn verzieren die Zimmerwände.

Noch ist die Aufzählung an Tätigkeiten, die Marcel Suter betreibt, nicht vollzählig. «Die Papeterie im Schalterraum und der Verkauf von Emmentaler Käse – ich hole ihn monatlich direkt im Emmental – bilden weitere wichtige Stützen in meinem Unternehmen. «Schliesslich trage ich im Postbetrieb und im Löwen die Verantwortung für je zehn Mitarbeitende», erklärt er.

Ein Besuch mit Besichtigung im Gasthof Löwen lohnt sich.